Ziel erreicht: Bundesratsentscheid zur medizinischen Fusspflege für Diabetesbetroffene

Damit Personen mit Diabetes einen verbesserten Zugang zu ...

medizinischer Fusspflege erhalten, soll die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) die entsprechenden Leistungen der Podologinnen und Podologen künftig vergüten.

Personen mit Diabetes mellitus bemerken Verletzungen an den Füssen nicht rechtzeitig, sondern oftmals erst bei offenen Wunden. Dadurch können die peripheren Nerven und Blutgefässe geschädigt werden. Hinzu kommt, dass sich Infektionen bei schlechter Durchblutung schneller ausbreiten. Eine regelmässige medizinische Fusspflege ist notwendig, damit Folgeerkrankungen sowie daraus folgende Amputationen und somit auch Mehrkosten vermieden werden können.

Mangel an qualifizierten Fachpersonen beheben

Die medizinische Fusspflege muss von besonders qualifizierten Fachpersonen durchgeführt werden. Derzeit vergütet die OKP diese nur, wenn sie von Pflegefachpersonen durchgeführt wird mit entsprechender Erfahrung. Die Nachfrage kann seit Jahren nicht gedeckt werden.

Seit gut sieben Jahren kämpften diabetesschweiz, die Schweizerische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED) sowie QualiCCare gemeinsam für eine bessere Versorgung der Diabetikerinnen und Diabetiker im Bereich der Fusspflege.

Der Bundesrat hat nun die entsprechende Vernehmlassungsvorlage an seiner Sitzung vom 12. Juni 2020 verabschiedet und neu auch der Vergütung der Behandlung durch speziell ausgebildete Podologinnen und Podologen durch die OKP zugestimmt. Voraussetzung ist eine ärztliche Anordnung. Damit die Podologinnen und Podologen als Leistungserbringer über die OKP abrechnen können, müssen sie durch den Kanton zugelassen sein und eine entsprechende Qualifikation und Berufserfahrung vorweisen.

Die Neuaufnahme der Podologie in die OKP erfordert Anpassungen in der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) sowie in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV). Die Vernehmlassung findet vom 12. Juni bis zum 5. Oktober 2020 statt.

 

Broschüre Gesunde Füsse