
Wie bereite ich einen Arztbesuch oder einen Spitalaufenthalt richtig vor?
Arztbesuch
Beim Arzt oder bei der Ärztin kann alles schnell verwirrend werden. Es gibt viele Fachbegriffe, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und zum Teil auch unterschiedliche Meinungen. Da ist es nicht immer leicht zu wissen, was das Beste für die eigene Gesundheit ist. Umso wichtiger ist es, sich die richtigen Informationen abzuholen, um die eigenen Risiken, den Aufwand und auch die Kosten möglichst klein zu halten.
Mit den fünf Fragen von «Smarter Medicine – Choosing Wisely Switzerland», ergänzt vom Beobachter, verlassen Sie die Praxis gut informiert.
Die 5 Fragen an Ihren Arzt/Ihre Ärztin
1. Gibt es Alternativen?
Oft gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Fragen Sie nach Optionen: Therapie statt Operation? Physiotherapie statt Spritze? Abwarten statt Medikamente? So können Sie und Ihr Arzt bewusstere Entscheidungen treffen und schonendere Lösungen finden.
2. Was sind die Vor- und Nachteile?
Jede Behandlung hat Nutzen und Risiken. Lassen Sie sich beides erklären: Erfolgsaussichten, Nebenwirkungen und Häufigkeit. So vermeiden Sie unnötige Behandlungen, die mehr schaden als nützen.
3. Wie wahrscheinlich sind Vor- und Nachteile?
Nicht jede Komplikation tritt wirklich auf. Fragen Sie nach konkreten Wahrscheinlichkeiten: Wie häufig profitieren Patienten von der Untersuchung? Wie hoch ist das Risiko ernster Probleme? Manche Untersuchungen führen zu unnötigen Eingriffen.
4. Was passiert, wenn ich abwarte?
Nicht jede Diagnose erfordert sofortige Behandlung. Viele Beschwerden oder Befunde bleiben harmlos. Fragen Sie, ob kontrolliertes Abwarten möglich ist – so gewinnen Sie Zeit für Zweitmeinungen oder weitere Abklärungen.
5. Was kann ich selbst tun?
Lebensstiländerungen, Bewegung, Ernährung oder Stressabbau können oft zur Heilung beitragen. Fragen Sie, welche Massnahmen Sie selbst ergreifen können. Das stärkt Ihre Eigenverantwortung und macht das Gespräch mit dem Arzt partnerschaftlicher.
(Beobachter, 5.12.2025, www.beobachter.ch/gesundheit/mit-diesen-funf-fragen-finden-sie-heraus-wie-gut-ihr-arzt-ist-888320)
Spitalaufenthalt
Ein Spitalaufenthalt bedeutet für Menschen mit Diabetes besondere Anforderungen an Vorbereitung und Betreuung. Veränderungen im Insulinbedarf, zusätzliche Belastungen durch Untersuchungen oder Operationen sowie individuelle gesundheitliche Faktoren erfordern eine sorgfältige Planung. Wichtig ist, dass sowohl Patientinnen und Patienten als auch das medizinische Team über den Diabetes informiert sind, um eine sichere und optimale Behandlung zu gewährleisten.
Die wichtigsten Empfehlungen für Diabetesbetroffene im Spital umfassen:
- Therapieanpassungen: Der Insulin- oder Tablettenbedarf kann sich durch Erkrankung, Operationen, Nüchternheit oder Medikamente ändern. Die Behandlung muss regelmässig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
- Information aller Beteiligten: Ärzte und Pflegepersonal müssen über den Diabetes informiert sein, um eine angemessene Behandlung zu gewährleisten.
- Spezielle Planung bei Operationen: die Medikamenteneinnahme mit dem Narkosearzt klären, die Verantwortung für die Blutzuckerkontrolle abstimmen und die Operation idealerweise am Vormittag planen. Bei zu hohem Blutzucker oder HbA1c sollte eine nicht dringliche Operation verschoben werden.
- Richtige Vorbereitung: Es ist wichtig, dass Sie alle notwendigen Medikamente, Materialien und Unterlagen zur Diabetesbehandlung mitbringen, um die Therapie im Spital optimal fortführen zu können.
Genauere Informationen und eine Checkliste finden Sie hier: Merkblatt: Spitalaufenthalt